Streifen-Tanreks

Streifen-Tanreks

Neulich auf einer Reptilienbörse …

Wie viele andere Reptilienbegeisterte auch, fahre ich auf verschiedene Reptilienbörsen in Deutschland, Holland und Österreich. Kein Weg ist zu weit.

Als ich beim letzten Mal durch die Reihen schlendere und nach etwas Interessantem Ausschau halte, bleibe ich vor einem Stand mit zwei kleinen schwarz-weiß gestreiften Tieren stehen. Ich habe mich sofort in die süßen Tierchen verliebt.
Der Anbieter meinte, es handele sich bei den Tieren um Streifen-Tanreks aus Madagaskar. Von der Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars bin ich eh begeistert (und möchte dort unbedingt auch mal selbst Urlaub machen, um die Tiere und Pflanzen life zu sehen) und so schlug mein Herz noch schneller. Sie sind angeblich nicht schwierig zu halten, bei ca. 22 – 26°C können sie im Terrarium gehalten werden. Größer als max. 15 cm werden sie nicht. Lediglich die Futterbeschaffung muss gesichert sein, da sie überwiegend bzw. fast ausschließlich nur Regenwürmer fressen, Zophobas können auch ab und an gegeben werden. Da wir in unserem Ort ein Angelgeschäft haben und es dort immer Regenwürmer gibt, wäre die Futterbeschaffung gesichert. Nach einer kurzen Überlegung entschied ich mich dafür, die beiden Kleinen mitzunehmen. Es soll sich bei den Beiden um ein Pärchen handeln. So zogen Freddie und Meggie bei uns ein.

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Haltung

Ein leeres Terrarium stand zur freien Verfügung und wurde nach der Rückkehr sofort hergerichtet. Als Bodengrund wählte ich Erde (Humusziegel), da sie Bodenbewohner aus dem Regenwald sind und in der Erde nach Würmern und weichen Insekten suchen. Eine halbe Korkröhre als Versteck- und Kletterplatz sowie eine Wasserschale kamen noch hinzu. Auf Pflanzen habe ich verzichtet, da sie nachts regelmäßig den Boden nach Futter durchwühlen, so dass keine Pflanze längere Zeit überleben würde.
Die Wärme wird durch die Wärmelampe erzeugt, die gleichzeitig auch Licht abgibt. Unter der Lampe liegt die Temperatur bei ca. 30°C, der kühlste Bereich im Terrarium liegt bei ca. 21°C. Über Nacht fällt die Temperatur auf ca. 20 – 22°C. Ein Teil des Bodengrundes halte ich feucht und ein Teil ist trocken. So können sie sich den für sie angenehmsten Bereich aussuchen. Mein Terrarium hat eine Fläche von 120 cm x 60 cm. Diese Fläche halte ich auch für erforderlich, da die Tiere vor allem nachts sehr aktiv sind und viel umherlaufen und nach Futter suchen.

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Futter

Regenwürmer werden mit Begeisterung gefressen und stellen uneingeschränkt die Hauptnahrung dar. Die Zophobas werden bei mir nur vom Weibchen gefressen.
Weiterhin probierte ich Bienenwachsmaden aus, da sie mir aufgrund ihrer Größe und Beschaffenheit als Futter geeignet erschienen. Beide Tiere nehmen die Maden an. Im Internet habe ich gelesen, dass sie gelegentlich auch Katzenfeuchtfutter fressen. Dies probierte ich ebenfalls aus, um eventuell den Futterplan etwas erweitern zu können. Das Katzenfeuchtfutter nimmt auch nur das Weibchen an, vom Männchen wird es ignoriert. Außerdem probierte ich noch Schnecken und Heimchen aus (allerdings tote aus der Dose). Beides wurde jedoch von den Tieren ignoriert.
Laut Internetangabe fressen sie gelegentlich auf reifes Obst. Ich habe es mit Apfel, Birne, Kiwi, Papaya, Kaki und Weintrauben probiert, allerdings erfolglos.

Nachwuchs

Das Weibchen (zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, welches das Weibchen ist; die Tiere haben eine Kloake und spezifische Geschlechtsteile wie Scheide, Penis und Hodensack sind nicht zu erkennen) wurde nach einer Woche merklich dicker. Ich schob dies auf das Katzenfeuchtfutter und reduzierte dieses. Ein paar Tage später war die Körperfülle des Weibchens plötzlich verschwunden und ich sah ein rosa-schwarz gestreiftes Etwas im Terrarium liegen, dahinter eine Mulde, die sich als Nest herausstellte. Somit war klar, die Leibesfülle kam nicht durch das Futter sondern sie war trächtig.
Da ich kein Risiko eingehen wollte, dass die Mutter die Kleinen eventuell verstößt, wenn ich sie oder das Nest anfasse (bei Kaninchen ist dies oft so), habe ich nicht geschaut, wie viele Babys es insgesamt sind, so neugierig ich auch war. Nach ein paar Tagen stellte sich heraus, das es vier Babys sind.
Nach eineinhalb Wochen haben sie die ersten vorsichtigen Ausflüge aus dem Nest gemacht. Das Fell und die Stacheln fingen bereits nach wenigen Tagen zu wachsen an. Sie sahen dann genauso aus wie die Großen, nur eben im Miniformat.
Es ist toll, die Kleinen aufwachsen zu sehen und zu beobachten, wie sie langsam sicherer laufen lernen. Gerne legen sie sich unter die Wärmelampe. Mit knapp vier Wochen habe ich die ersten Versuche der Nahrungsaufnahme beobachtet. Insgesamt entwickeln sie sich super und es macht Spaß, die Kleinen wie auch die Großen zu beobachten.

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Es sind sehr soziale Tiere, die man nie alleine halten sollte, mindestens zu zweit, besser noch in einer Gruppe. Sie schlafen immer zusammen und auch die Nahrungsaufnahme und Ausflüge erfolgen immer zusammen.

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Wer weitere Informationen zu den Tieren wünscht oder ebenfalls Streifen-Tanreks hält und Erfahrungen über diese possierlichen Tiere austauschen möchte, kann sich gerne per Mail bei mir melden: inesbrinckmann@gmx.de.


 

 



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Veröffentlicht23. Januar 2017 von Thomas in Kategorie "Privat